Jeder kennt sie …
Jeder will sie…
Jeder verflucht den Preis!
Die Rede ist von den schicken Traditional Hunter aus dem
Hause Gold Tip.
Ich kann hier nur für mich sprechen aber als feststand, dass ich mich dem traditionellen („Geh mich weg mit die High-Tech Schickimicki“)
Bogenschiessen widmen wollte, sabberte ich die Dinger beim „Händler des nichtmehrvorhandenen
Vertrauens“ total voll… und schlug der Länge nach hin als ich den Preis erfuhr!
Manch einer mag jetzt unken „Traditionell ist aber mit Holz
und nicht mit Carbon oder Take Down Recurves!“
Diese Leute, die das von Anfang an so durchziehen, haben
ebenso Recht wie auch vermutlich einen Goldesel im Keller der ihnen diverse
Vollholzbögen bis zum endgültigem Zuggewicht als auch Spleißrohr, Erfahrung im
Bereich Holzbearbeitung und vor allem die ganze ZEIT (die ja bekanntermaßen auch
Geld ist) zur Verfügung stellt.
Aber zurück zum Thema:
Meine Frau wollte einen eigenen Bogen, und da ich beim Kauf
meines Gerätes beim „Fachhändler“ rückblickend derbe auf die Nase gefallen bin,
folgten wir der Empfehlung zweier Freunde und Mitschützen (Eine davon betreibt
diesen Blog J
) und begaben uns Samstag morgens zu unchristlichen Zeiten (und mit ständig
aussetzenden Musik CDs im Auto) nach Herne in den Sherwood.
Die Einkaufsliste stand fest:
- Bogen und Ausrüstung für die Frau
- neue Leihwurfarme für mich
+ Hintergedanken:
neue WA für mich = neues Zuggewicht = neue Pfeile = keine Penthalon Slim Line
Stricknadeln mehr...
Die ersten beiden
Punkte waren recht schnell erledigt (die Wartezeit lohnt sich…) und es ging an
die Ausführung meines Hintergedankens.
Da die beste Ehefrau von allen eine Spesenabrechnung ihres
Arbeitgebers erwartete, verkündete sie schon im Vorfeld, dass sie wohl heute
zahlen würde ------> Mächtig großer Fehler. :D
Der große Guru Kisselbach kam auch recht geschwind mit zwei
Sorten Pfeilen um die Ecke die für mein neues Zuggewicht und meine Auszugslänge
in Frage kamen. Die ersten waren die mit Lichtschein umrahmten GT Traditional
Hunter… das andere waren Stricknadeln die noch dünner waren als meine alten
Penthalon SL. Und wenn der Ehepartner sagt er zahlt, was hättet ihr wohl getan?
:D
Nach einem illustren Bastelnachmittag, einigen
Schussdurchgängen und einem Abendessen
ging dieser Tag dann auch dem Ende zu.
An und für sich war ich mit meinen neuen Pfeilen echt gut
zufrieden aber irgendwie dachte ich mir am nächsten Tag: „Da geht noch was“.
Wickeln? Neeee! Federn runterschneiden - die mit viel Liebe
und Mühe aufgeklebt wurden - war auch ne doofe Idee... aber den Holzlook komplettieren: DAS klang einfach, schnell und machbar.
Gesagt getan; hier nun also das Tutorial dafür:
Man benötigt:
GT Traditional Hunter, Stückzahl nach Belieben
Waschbenzin (meiner Meinung nach milder als Aceton, Verdünnung
usw. immerhin wollen wir ja nur den Aufdruck und nicht das Holzdekor
entfernen)
Einen ALTEN!!! Abrazzo/Accupad/Stahlwolleschwamm, KEINEN
Topfreiniger (also Scotch Brite o.Ä.) Der Grund, warum man ein altes/benutztes Exemplar
verwenden sollte, ist einleuchtend: die Dinger sind vollgeseift mit
Schleifmitteln unterschiedlichster Körnung und auch die hätten das Holzdekor
angreifen können.
Einen Lappen, in meinem Fall eine ausgemusterte Socke
So wollen wir es am Ende haben
…und das alles brauchen wir dafür
Die Arbeitsschritte sind denkbar einfach (deswegen wollte ich
ursprünglich auch kein Tutorial schreiben; man kommt sich schon blöd vor wenn
man den Leuten erklären will wie man mit einem Lösungsmittel und Stahlwolle
umgeht :D )
Stahlschwamm in die Hand nehmen, mit Waschbenzin befeuchten
und ca. 1-1,5 cm Pfeilschaft unter Drehung des Schaftes mit punktuellem Druck
(Zeigefinger) abschleifen.
…Auftragen…
…Polieren…
Nach etwa 1-2 Durchgängen (je nach Druck, Waschbenzinmenge etc.) bleibt vom Aufdruck noch ein leichter „Schatten“, diesem
rückt man noch einmal mit der Stahlwolle und dem Waschbenzin zu Leibe.
…Schattenspiele…
Nach dem Abtrocknen des Waschbenzins sehen die Pfeile sehr ranzig
aus, das liegt an den Farbresten, den Resten von Wasauchimmer, die sich noch im
Schwamm befanden, Hautresten, Schweiß, Pollenflug, saurem Regen usw. usw.
Also einmal noch mit der Socke (Lappen) und Waschbenzin
drüberputzen und fertig! Carbonpfeile in Holzoptik ohne Schriftzug (nur notiert
euch vorher irgendwo Länge und Spinewert!)
…Ranziger als drei Tage Festival
ohne Haarewaschen…
Wenn man dem Ganzen folgt, kommen am Ende echt schicke Pfeile
dabei heraus!
Danke für eure Aufmerksamkeit.
NACHTRAG:
Da meine Frau sich noch auf der Arbeit befand, und mich
somit nicht aufhalten konnte, probierte ich die Technik an einem (jetzt) ihrer
Penthalon Slim Line aus… Funzt. J
Auch wenn ihr euch jetzt fragt: "Warum in drei Teufels Namen…" Zwar ist das
kein Holzdekor ABER stellt euch vor, ihr designed euch einen Pfeil mit schicken Wraps,
schicken Federn und dann mitten im Gesamtbild der grelle Aufdruck des
Herstellers. Gibt Tolleres. :D









Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen