Dienstag, 12. Juni 2012

Das Leid mit den Pfeilen...

Ich habe einige Probleme mit meinen jetzigen Pfeilen.


Die Pfeile sind Win&Win Challenge Fertigpfeile mit 1500er Spine. 
Bei 5,90€ pro Stück würde ich wenigstens eine gewisse Grundqualität erwarten (gerade bei W&W - einem Hersteller für Olympiaequipment). Aber nix da!
Fliegen tun die zwar ganz gut, nur die Haltbarkeit ist voll für den Poppes.

1. Zu Anfang rutschten mir des Öfteren die Spitzen raus, was mich schon sehr verwunderte.
Also wurde mal fix ne lockere Spitze rausgepopelt und siehe da: die waren weder gereinigt noch entfettet und Klebereste musste man mit ner Lupe suchen. Da diese Arbeit leider von meinem (eigentlichen) Händler des Vertrauens erledigt wurde, muss ich gestehen, dass das einen bitteren Beigeschmack hinterließ. Aber es schien auch einfach nicht sein Tag zu sein. Trotzdem geht sowas nicht!
Bis heute habe ich 5 Spitzen nachgeklebt! :(

2. Beim Training wurde mir schon nach ein paar Einheiten gesagt, dass die Pfeile zu kurz für mich seien. Beim Händler wurde mein Auszug per Messpfeil ermittelt und es kamen grob 26" dabei rum. Dass ich zu dem Zeitpunkt noch nicht meinen vollen Auszug hatte, ist wohl klar aber leider hat mein Berater/Händler keine Toleranz mit einkalkuliert... Im (gefühlten) Vollauszug liegt der Pfeil mittlerweile nur noch mit der Spitzenregion auf der Pfeilauflage, das kann echt brenzlig werden! Außerdem kann ich so auch nicht weiter mit meinem Anker experimentieren.
Jetzt habe ich meine Pfeile nochmal nachgemessen und bin derbst erschrocken, denn bei voller Länge inklusive Spitze und Nocke sind die gerade mal 65,5cm - also nur 25,79" lang. Das ist heftig! Normalerweise packt man doch für Anfänger noch 1-2" drauf, oder nicht?! (Der Schaft ist übrigens auch nur 24,8" kurz...)

3. Bei der letzten Reparaturaktion hab ich gesehen, dass die Nocken bei einigen Pfeilen geklebt waren. Häääh? Das tut man bei Einstecknocken einfach nicht! Wenn eine mal kaputt geht, kann man die noch nicht einmal wechseln! So ein Scheiß, echt. 

4. Die Schäfte sind sehr splitteranfällig.
Dass Pfeile nicht ewig halten, ist mir wohl bewusst, allerdings sind diese Stricknadelschätzchen die totalen Mimosen. Bei queren Durchschüssen (mehrfacher Beschuss bei einem sich drehenden Schießsack) ist der Schaden durchaus verständlich, bei einfachem Beschuss auf ein 2D-Tier und daraus resultierender Längenkürzung um ein Drittel wohl eher nicht.
Bei einem Pfeil hat's lustigerweise die Nocke ein Stück rausgehauen. Wär ja nicht so tragisch, wenn nicht auch das dementsprechende Schaftende dabei aufgepilzt wäre... das raff ich bis heute nicht. 
Ein Schaden, den ich auf die äußerst besch....eiden eingeklebten Spitzen zurückführe, ist Folgender:


Das wäre ja nicht weiter schlimm, einfach ein Stück kürzen, Spitze reinkleben und weiter schießen...
...aaaaaber das geht ja nicht, die sind ja eh schon viel zu kurz. Grmpfh.

Fazit: Von insgesamt 10 Pfeilen habe ich nach einem Monat nur noch 5. Das ist mager.
(4 kaputt und einer hat sich irgendwo in die Einschießstrohwand gekuschelt und ist leider zu kurz zum Finden...)

Meine nächsten Pfeile werden wohl erstmal die Beman Carbon Flash in 28" oder 29"-Länge. Die sind zwar noch billiger, allerdings kenne ich das Setup durch's Selberbauen dann besser und kann das Schrotten (auch finanziell) besser verschmerzen und analysieren (Material oder Selbstbaupfusch?).
Die Challenge werde ich nie nie wieder kaufen!!! (Zumal da auch diese grottenhässlichen Plastikfletchen und orangene Nocken vorinstalliert sind, bäääääh)

Auf die nächsten Pfeile kommen gefälligst auch Naturfedern in wiederfindbaren Farben drauf, diese Minifletchen sieht ja nichtmal Hawkeye! :D

So, jetzt hab ich auch mal ein bissel Dampf ablassen können.
Vielleicht hilft mein Erfahrungsbericht ja auch anderen Anfängern bzw. potenziellen Käufern bei der Pfeilauswahl. 

Also,
shoot straight und alle ins Kill!

6 Kommentare:

  1. Der Carbon Flash ist ein Schaft welcher aus unidirektionalem Carbon gefertigt wird. Dieser ist daher sehr bruchanfällig und splittert zudem auf voller Länge auf. Ich wurde dir auf jedenfall zu einem anderen Schaft raten.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Bernhard!
      Erstmal Danke für die Info und schön, dass Du den Weg hierher gefunden hast! ;)
      Dass die Carbon Flash aus unidirektionalem Carbon sind, wusste ich bereits - die Challenge aber scheinbar auch.
      Ich wollte die CF aus dem einfachen Grund der Kostenersparnis nehmen. Mir ist klar, dass auch diese zu Bruch gehen werden, nur halte ich es für sinnvoller, nicht gleich mit teureren Pfeilen "rumpilzen" zu gehen, zumal mein Budget mehr als mickrig ist.
      Gerade bei einer zunehmenden Zugstärke werden noch des Öfteren neue Pfeilsätze fällig.
      Was würdest Du mir denn in diesem Fall empfehlen?
      Bin für jeden Vorschlag dankbar! ;)

      Löschen
  2. Wie wäre es denn erst mal mit Alupfeilen? Und teurer sind sie auch nicht. Also ich finde zum Beispiel meine Easton Platiunum Plus äußerst robust. Die haben schon oft harte Holztreffer oder gar den Kontakt mit der Metallummantelung der Scheiben, einstecken müssen und es geht ihnen noch super. Vom Flash und dessen Bruchverhalten habe ich schon viele böse Sachen gelesen, deswegen habe ich gleich die Finger davon gelassen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Jessica!
      Über Alupfeile habe ich auch schon nachgedacht, nur hab ich jetzt auch schon von mehreren Seiten (sogar im Verein) gehört, dass die für Anfänger bzw. 3D doch nicht so die tollste Wahl sind, weil sie recht leicht verbiegen. Würde ich nur auf Scheiben werfen, wäre diese Entscheidung schon längst gefallen aber im Wald geht's ja doch noch rauher zu...
      Der Easton Jazz liegt zwar in meinem Budget, allerdings find ich den mit diesem lila Gedöns potthässlich. XD
      Gerade habe ich aber gesehen, dass es den auch mit den gleichen technischen Daten in hellblau gibt (Blues), der käme definitiv in die engere Wahl!
      Die Platinum Plus würde ich mir persönlich jetzt noch nicht holen.

      Ein großer Vorteil von Alus wäre auch noch, dass ich verbogene Pfeile bei einem guten Bogenschützen-Freund wieder geradebiegen lassen könnte, der hat ne Maschine dafür...

      Jetzt hast du mich echt ins Grübeln gebracht!
      Da werd ich doch mal direkt weiter recherchieren und rumrechnen!

      Danke! :D

      Löschen
  3. Hallo,

    ich würde dir die Penthalon Slim Serie von Bearpaw empfehlen. Die gibts bis zu einem Spinewert von 1300. Nachdem du ja etwas längere Schäfte haben möchtest, würde das genau passen. Preislich sind die auch im Rahmen. Immerhin darf man nicht vergessen, dass sich der Pfeilbruch deutlich reduzieren wird, wenn du kein unidirektionales Carbon mehr verwendest...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Bernhard,

      diese Schäfte sind mir auf meinem laaangen Rechercheweg auch über den Weg gelaufen, nur sind die mir mit knapp 6€ pro Stück noch etwas wüst teuer für den Anfang.
      Ich habe gestern dank einiger Kommentare und Anregungen nochmal weiter recherchiert und bin vorerst bei Alus gelandet; da gibt es keine Splittergefahr und der Schwund wird sich durch die Biegereparaturmöglichkeit (tolle Wortneuschöpfung :D) auch stark in Grenzen halten. Falls ich irgendwann doch wieder auf Carbon umsteigen sollte, werden das auch dann keine unidirektional verarbeiteten Pfeile mehr sein, versprochen! ;)

      Vielen Dank für deine Kommentare, vielleicht bin ich doch etwas zu lax mit dem Pfeilthema umgegangen...

      Löschen